Was machen so viele Leute am Set?
Schnuppert man bei einem Filmdreh, sind das Erste, was auffällt, die unheimlich vielen Leute dort. Man weiß: Es gibt den Schauspieler, der die Rolle spielt, einen Regisseur, der das Sagen hat, und den Kameramann, der alles aufnimmt. Aber was machen denn so viele Leute beim Filmdreh? Die Antwort ist ganz einfach: DIE Arbeit!
Um euch zu erklären, welche Leute dazu beitragen, dass ein Film entsteht, hat euch Jana eine Liste der wichtigsten Filmberufe zusammengestellt. Schaut euch das nächste Mal, wenn ihr im Kino seid, den Abspann an. Ihr werdet all diese Berufe in der Auflistung finden und noch viele mehr! Wenn ihr noch etwas wissen wollt, schreibt uns eine E-Mail. Jana arbeitet als Regieassistentin und kann euch bestimmt Antworten geben!- Drehbuchautor
- Regisseur
- 1. Regieassistent
- Komparsen/Statisten
- 2. Regieassistent
- Kameramann
- 1. Kameraassistent
- Materialassistent
- Szenenbildner
- Außenrequisiteur
- Innenrequisiteur
- Maskenbildner
- Kostümbildner
- 1. Oberbeleuchter
- Script & Continuity
- Tonmeister
- Tonassistent
- Produktionsleitung
- Produktionsassistenz
- 1. Aufnahmeleiter
- Motivaufnahmeleiter
- Set-Aufnahmeleiter
- Produktionsfahrer
- Cutter
- Kamerabühne
- Baubühne
Und hier noch einige Begriffe, die ihr wissen solltet:
Den Autor findet man in der Regel nicht am Set, außer er erfüllt auch noch eine andere Funktion, wie z. B. Regie zu führen. Er ist aber sehr wichtig, denn mit seiner Idee beginnt überhaupt der ganze Film. Er schreibt die Geschichte in Form eines Drehbuchs, das neben kurzen Personen- und Ortsbeschreibungen die Dialoge und die Geschehnisse (was die Schauspieler machen und was passiert) beinhaltet. Bis ein Drehbuch verfilmt wird, vergeht viel Zeit, und die Autoren sind während der Drehzeit meistens schon mit einem anderen Projekt, mit einem anderen Buch, beschäftigt.
Der Regisseur hat die Aufgabe, ein Drehbuch szenisch in einen Film umzusetzen. Dabei darf er seiner Kreativität freien Lauf lassen, ist aber dennoch an bestimmte Vorgaben und Wünsche der Produzenten (Geldgeber) gebunden. Zudem darf er das vorgegebene Budget für den Film nicht überschreiten. Zudem spricht der Regisseur bei der Besetzung der Rollen mit, sucht Drehorte aus und ist beim Filmschnitt dabei. Beim Filmdreh inszeniert er die Schauspieler – er sagt ihnen, wie sie spielen und was sie tun sollen. In Absprache mit dem Kameramann legt er die verschiedenen Kamerapositionen fest, von denen aus die Szene gedreht wird.
Der Regieassistent ist sehr wichtig und unterstützt den Regisseur in seiner Arbeit und sorgt für einen reibungslosen Drehablauf. Um diesen zu garantieren, muss er vorher mit allen Mitarbeitern besprechen, was sich der Regisseur vorstellt und für den Dreh wünscht. Der Regieassistent muss dafür sorgen, dass alle diese Aufgaben erledigt werden. Außerdem erstellt er zusammen mit dem 1. Aufnahmeleiter einen Drehplan. Während des Drehs inszeniert der 1. Regieassistent die Komparsen.
Komparsen sind die Darsteller im Bild, die nicht zu den Haupt- und Nebendarstellern gehören. Zum Beispiel: Der Hauptdarsteller unterhält sich mit der Hauptdarstellerin in einem Café. Im Hintergrund sehen wir Leute an anderen Tischen, die sich ebenfalls unterhalten. Diese Leute nennt man Komparsen. Denn es sähe sonst komisch aus, wenn außer den Schauspielern sonst kein Mensch zu sehen wäre.
Der 2. Regieassistent unterstützt den 1. Regieassistent in allen Aufgaben. Beim Dreh kümmert sich der 2. Regieassistent um die Komparsen und inszeniert diese zusammen mit dem 1. Regieassistenten, sodass die Szene echt und lebendig wirkt.
Der Regisseur entscheidet in Absprache mit dem Kameramann, was und wie dieser filmen soll. Der Kameramann hat die Aufgabe, die Wünsche des Regisseurs umzusetzen. Der Kameramann bespricht für jede Kameraposition die entsprechende Beleuchtung für die Schauspieler mit dem Oberbeleuchter und bestimmt, welches Objektiv für die Kamera benutzt wird. Er sagt dem Mitarbeiter der Kamerabühne, welche Position die Kamera hat.
Der 1. Kameraassistent hilft dem Kameramann, setzt das entsprechende Objektiv in die Kamera und stellt es während des Filmens so ein, dass das Bild scharf ist.
Der Materialassistent ist der 2. Kameraassistent und unterstützt den 1. Kameraassistenten. Er wechselt das Filmmaterial, holt Kameraobjektive und schlägt die Klappe.
Der Szenenbildner sucht die Drehorte für den Film. Er überlegt sich ein Konzept und in welchem Stil diese Spielorte eingerichtet oder ausgestattet werden sollen. Wie z. B. eine Wohnung, in der man filmt, wirken soll: spießig oder eher gemütlich. Er muss dazu überlegen, was am besten zu der Figur passt, die darin wohnt. Eine ältere Dame würde wohl kaum ihr Zimmer genauso einrichten wie ein 13-jähriges Mädchen.
Der Außenrequisiteur besorgt alle notwendigen Requisiten, die für die Ausstattung der Motive (Drehorte) und das Spielen nötig sind. Wenn zum Beispiel in einer Küche gefilmt wird, besorgt er dafür alle Gegenstände: Töpfe, Pfannen, Gläser, Tassen, Besteck, Kaffeemaschine, Herd, Kühlschrank etc. Er geht dazu in den Fundus, wo es eine riesige Auswahl an allen möglichen Requisiten gibt. Andernfalls kauft er Sachen neu. Der Außenrequisiteur ist beim Dreh aber selten am Set, da er während des Drehs noch andere Requisiten für spätere Szenen besorgt.
Der Innenrequisiteur ist im Gegensatz zum Außenrequisiteur immer am Set und stellt alle Requisiten für die Schauspieler bereit, die der Außenrequisiteur besorgt hat. Zum Beispiel eine Szene in einer Küche, der Schauspieler kocht Nudeln mit Tomatensauce: Der Innenrequisiteur füllt einen Topf mit Wasser und stellt ihn auf den Herd, legt die Nudeln griffbereit und stellt ein Schneidbrett, Messer und Tomaten auf den Küchentisch. Der Innenrequisiteur bereitet alles so vor, dass der Schauspieler selber nichts mehr vorbereiten muss, sondern die Requisiten sofort beim Drehen benutzen kann. Sobald eine Einstellung noch einmal wiederholt wird, bringt der Innenrequisiteur alles wieder auf Anfang. Das heißt, alles sieht wieder wie am Anfang aus – die Nudeln liegen griffbereit etc.
Der Maskenbildner überlegt sich für die Figur, die der Schauspieler darstellt, eine entsprechende Frisur und wie sie geschminkt werden soll. Frisur und Schminke müssen zum Charakter der Figur passen. Zum Beispiel wird eine Putzfrau nicht so stark geschminkt wie eine Frau, die ein Model darstellt.
Der Kostümbildner überlegt sich für die Figur, die der Schauspieler darstellt, einen entsprechenden Kleidungsstil. Dieser muss zum Charakter der Figur passen. So kleidet, frisiert und schminkt sich ein 17-jähriges Mädchen, das auf eine Party geht, anders als ein 17-jähriges Mädchen, dass in die Bibliothek geht.
Der Oberbeleuchter bespricht mit dem Kameramann, was alles beleuchtet werden muss und welche Stimmung mit dem Licht erreicht werden soll – z. B. helles Licht, das gut zum Arbeiten ist, oder eher wenig Licht für eine romantische Stimmung. Der Oberbeleuchter entscheidet, welche Lampen und Scheinwerfer für die Ausleuchtung einer Szene gebraucht werden. Er arbeitet mit mehreren Beleuchtern zusammen, die die Scheinwerfer aufstellen und einrichten.
Der Begriff Script kommt aus dem Lateinischen von scribere (Schreiben): Die Person, die diesen Job macht, muss viele Informationen für das Produktionsbüro aufschreiben, die am Set passieren. Zum Beispiel: wann tatsächlich angefangen wurde zu drehen, ob alle Szenen gedreht wurden, die man sich vorgenommen hatte, wie viel Filmmaterial verbraucht wurde, ob die Teammitglieder Überstunden leisten mussten, ob etwas Besonderes vorgefallen ist (wie z. B., ob sich jemand verletzt hat). Zudem schreibt sie sogenannte Cutterberichte. Diese Cutterberichte werde an den Cutter geschickt. Darin stehen Informationen, die wichtig für den Schnitt sind. So wird darin vermerkt, welche Einstellung der Regisseur am schönsten fand, oder ob es Einstellungen gab, bei denen etwas nicht ganz gestimmt hat. Der Begriff Continuity kommt aus dem Englischen und bedeutet Anschluss. Beim Drehen muss das Script/die Continuity darauf achten, dass die Schauspieler alle Bewegungen und Handlungen immer gleich machen, egal, wie oft die Szene wiederholt wird. Sie muss außerdem darauf achten, ob die Kleidung, die Frisur und die Requisiten immer gleich sind. So darf die Jacke des Schauspielers nicht einmal offen und einmal geschlossen sein. Verändert sich innerhalb einer Szene etwas, so wird das später im fertigen Film Anschlussfehler genannt.
Der Tonmeister nimmt alle Töne und Geräusche sowie den Text der Schauspieler auf und schickt diese zum Cutter. Um den Text der Schauspieler aufzunehmen, wird ein kleines Mikrofon in der Kleidung der Schauspieler in der Nähe von Hals und Mund versteckt. Zusätzlich wird der Text über ein Mikrofon aufgenommen, dass über den Köpfen der Schauspieler hängt.
Der Tonassistent nimmt den Text, die Geräusche und die Töne, die während des Filmes entstehen, über ein Mikrofon auf. Dieses ist an einem ausziehbaren Stab befestigt und wird Tonangel genannt. Deswegen spricht man davon, dass der Ton geangelt wird.
Die Produktionsleitung verwaltet das Geld, das zur Herstellung eines Filmes zur Verfügung steht. Am Anfang einer Filmherstellung überlegt die Produktionsleitung, wie viel alles kosten darf, und erstellt eine Kalkulation. Darin sind alle Kosten für einen Dreh aufgelistet. Zum Beispiel: Kostüme, Ausleihgebühr für die Kamera und die Scheinwerfer, Miete für Drehorte, Gehälter der Filmmitarbeiter und Schauspieler. Die Produktionsleitung ist dafür verantwortlich, dass nicht mehr Geld ausgegeben wird als zur Verfügung steht.
Die Produktionsassistenz unterstützt die Produktionsleitung und den 1. Aufnahmeleiter. Zu den Aufgaben gehören zum Beispiel: Arbeitsverträge verschicken; für die Schauspieler Flug- oder Bahnverbindungen zum Drehort und Hotelzimmer zur Übernachtung am Drehort buchen; Autos für die verschiedenen Teammitglieder leihen, Drehbücher und Änderungen verschicken.
Der 1. Aufnahmeleiter erstellt zusammen mit dem Regieassistenten einen Drehplan, wann welche Szene gedreht wird. Außerdem organisiert er die verschiedenen Termine für Produktionsbesprechungen, Motivbesichtigungen und andere Vorproduktionen wie z. B. Fotos erstellen. Während des Drehs plant er zusammen mit der Regieassistentin eine Tagesdisposition für den nächsten Drehtag (kurz: Dispo). Auf dieser Dispo stehen alle wichtigen Informationen, die die Teammitglieder benötigen: wo gedreht wird und wann ihr Arbeitsbeginn ist, welche Szenen gedreht werden und welcher Schauspieler da sein wird. Die Dispos bringt der 1. Aufnahmeleiter ans Set und gibt diese dem Set-Aufnahmeleiter, der die Dispos an die Mitarbeiter verteilt.
Nachdem ein Drehort ausgesucht wurde, fragt der Motivaufnahmeleiter bei den Eigentümern oder Verwaltern des Drehortes an, ob das Filmteam dort drehen darf. Zudem sorgt der Motivaufnahmeleiter dafür, dass das Filmteam entweder direkt vor dem Drehort oder in unmittelbarer Nähe parken darf, wenn gedreht wird. Dafür beantragt er ein Parkverbot für Pkws und Lkws, die nicht zur Filmproduktion gehören. Der Motivaufnahmeleiter schreibt außerdem eine Anfahrtsbeschreibung, sodass alle den Drehort finden. Am Drehtag selber ist der Motivaufnahmeleiter als Erster am Drehort und zeigt den Leuten, wo sie parken sollen, wo sich das Set, die Toiletten und weitere Aufenthaltsräume befinden. Wenn es keinen Motivaufnahmeleiter gibt, dann übernehmen der 1. Aufnahmeleiter und der Set-Aufnahmeleiter diese Aufgaben.
Wie der Name schon sagt, arbeitet der Set-Aufnahmeleiter im Gegensatz zum 1. Aufnahmeleiter direkt am Filmset. Der Set-Aufnahmeleiter hat mehrere Assistenten, die ihn unterstützen. Gemeinsam regeln sie den Ablauf der Dreharbeiten am Set. Zu den Aufgaben gehören z. B. die Stromversorgung zu sichern; die Fahrerdisposition zu regeln; Verkehr zu blockieren, wenn man auf der Straße dreht; die Schauspieler zur Maske, zur Garderobe und ans Set zu bringen und Tagesdisposition zu verteilen.
Produktionsfahrer holen die Schauspieler von zu Hause ab und fahren sie zum Filmset. Nach der Arbeit fahren sie die Schauspieler wieder zurück. Sie fahren außerdem das Filmmaterial zum Kopierwerk, wo das Material entwickelt wird. Sie bringen Sachen vom Produktionsbüro ans Filmset und erledigen ganz verschiedene Aufgaben, die außerdem anfallen.
Der Begriff Cutter kommt aus dem Englischen und stammt von dem Wort cut. Das bedeutet schneiden. Der Cutter arbeitet im Schneideraum und schneidet das Filmmaterial und das Tonmaterial zusammen und bringt die Szenen in die richtige Reihenfolge, so wie man sie dann im fertigen Film sieht. Das macht der Cutter am Computer.
Der Kameramann bespricht mit den Mitarbeitern der Kamerabühne die Kameraposition, d. h. wo und wie die Kamera sich beim Filmen bewegt. Wenn die Kamera sich z. B. auf jemanden zubewegt, so können dafür Schienen gelegt werden, darauf wird dann ein Kamerawagen – der Dolly – gestellt und auf diesem die Kamera befestigt. Die Mitarbeiter der Kamerabühne schieben den Wagen während des Filmes auf den Schienen. Der Kameramann sagt in welcher Geschwindigkeit. Die Kamerabühne ermöglicht fast jede Kameraposition und stellt dafür das nötige Equipment zur Verfügung.
Die Mitarbeiter der Baubühne sind Handwerker, die malern, Möbel aufbauen oder im Auftrag des Szenenbildners Sonderbauten anfertigen, die es nicht zu kaufen gibt – z. B. Spezialanfertigungen bei Möbeln, auf Wunsch des Regisseurs oder des Szenenbildners.
Bevor gefilmt wird und die Schauspieler spielen, wird vom Materialassistenten die Filmklappe geschlagen und auch auf dem Filmmaterial aufgenommen. Auf der Klappe stehen die Namen vom Film, vom Regisseur und Kameramann. Zudem kann man das Datum des Drehtages, die Szenennummer, die Anzahl der Kameraeinstellungen und die Nummer des Versuchs von der Klappe ablesen.
Die Klappe ist dazu da, dass der Cutter im Schneideraum weiß, welche Szene aufgenommen wurde und an welche Stelle des Filmes die Szene gehört.
Eine Szene ist das, was innerhalb eines Ortes und einer Zeiteinheit passiert.
Für jede Kameraposition wird eine Nummer vergeben. Das ist die Einstellungsnummer.
Der Begriff Take kommt aus dem Englischen und bezeichnet beim Film die Anzahl der Versuche, die man pro Kameraeinstellung macht.
Requisiten sind alle Gegenstände, die für den Film besorgt werden, im Bild zu sehen und von den Schauspielern benutzt und bespielt werden.
Herzlichen Dank für Jana Swienty für diesen Beitrag.
