Kann man ein Souffleur essen?
Die Antwort lautet: nein. Ein Soufflé (eine Art luftiger, lockerer Auflauf mit Eier) dagegen schon!
Um euch zu zeigen, welche Berufe es im Theater gibt, haben wir euch auf dieser Seite einige zusammengestellt. Habt ihr noch Fragen? Ihr düft sie im Kurs stellen!
- Was macht ein Schauspieler? - von Stephan Roth, Schauspieler
- Regisseur
- Bühnenbildner
- Kostümbildner
- Maskenbildner
- Inspizient
- Beleuchter
- Souffleur
Schauspieler sein ist ein wundervoller Beruf!
Er ist abwechslungsreich, es wird Dir nie langweilig und jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Du hast Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen, es gibt immer neue Herausforderungen und Du kannst unglaublich kreativ sein. Oft bekommst Du die tollsten Kostüme und spielst meist eine völlig andere Person. Doch Schauspieler sein heißt auch Unmengen an Text auswendig zu lernen, fast immer sehr spät ins Bett zu kommen und trotzdem oftmals am nächsten Tag früh aufstehen zu müssen, da Du zu einer Probe im Theater eingeteilt bist.
Schauspieler sein heißt nicht nur ein paar Stunden am Tag für einen Film zu drehen, oder abends ins Theater zu fahren um eine Vorstellung zu spielen. Schauspieler zu sein bedeutet harte Arbeit. Immer wieder die gleiche Szene zu proben und dabei doch immer Dein Bestes zu geben. Die Zeit zuhause zu nutzen, um Dich auf eine Rolle vorzubereiten. Zu Kostümproben ins Theater zu kommen, oder lange Anfahrtswege für einen bestimmten Drehort auf Dich zu nehmen.
Außerdem musst Du als Theaterschauspieler ein Stück oft bis zu 50mal oder öfter spielen und trotzdem darf es
dem Publikum und Dir nie langweilig dabei werden. Das heißt, Du musst dich unglaublich konzentrieren und
immer alles geben. Die Zuschauer dürfen Dir nicht anmerken, das Du dieses Stück vielleicht schon 36 Abende
lang gespielt hast und langsam aber sicher den Text der anderen Schauspieler komplett mitsprechen kannst.
Es kann auch vorkommen, das Du auf Tournee gehst und längere Zeit von zuhause weg bist, oder nicht mehr
soviel Zeit für Deine Freunde hast, denn wenn sie frei haben, spielst Du im Theater, oftmals auch am
Wochenende. Anderseits hast Du vielleicht den einen oder anderen Tag unter der Woche frei, wo alle anderen
in die Arbeit gehen müssen.
Es ist ein langer Weg, ein richtig ausgebildeter Schauspieler zu werden. Eine Schule dauert ca. drei bis vier Jahre, Du musst eine Aufnahmeprüfung bestehen und hast, wenn Du aufgenommen wurdest, jeden Tag Unterricht. Du musst singen, tanzen und natürlich viel sprechen. Aber auch Theatergeschichte und verschiedenste Workshops gehören zu einer solchen Ausbildung. Es macht unglaublich viel Spaß, eine solche Schule machen zu können, jedoch kann es auch immer wieder Rückschläge geben, in denen Du frustriert und traurig nach hause fährst und Dich fragst, ob das alles überhaupt die Mühe wert ist. Denn das Du nach der Ausbildung einen Job bekommst, ist nicht sicher. Es gibt sehr viele Schauspielschulen und somit auch viele Schauspieler die auf der Suche nach einer Arbeit sind. Das ist manchmal ein richtiger Kampf um eine Rolle, und solltest Du die Rolle dann nicht bekommen, darfst Du nicht aufgeben und musst es immer wieder probieren, irgendwann klappt es. Das ist eigentlich das wichtigste: Glaub an Dich! Und nimm von den Schauspiellehrern jede Hilfe an die Du kriegen kannst, dafür sind sie da! Und wenn Du wirklich den Traum hast Schauspieler zu werden, verwirkliche ihn. Träume sind dazu da um sie sich zu erfüllen
In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Glück, Durchhaltevermögen und natürlich jede Menge Spaß! Denn den wirst Du als Schauspieler auf jeden Fall haben. Und wer weiß, vielleicht stehen wir ja eines Tages gemeinsam auf der Bühne?
Stephan Roth, Oktober 2008
Ein Regisseur ist dafür zuständig, ein Theaterstück in Form zu bringen. Das heißt, er ist dafür da, das Stück zu inszenieren. Er macht sich zusammen mit weiteren Mitarbeitern Gedanken über die Besetzung, das Bühnenbild und die Kostüme. Er achtet auf den roten Faden im Stück und unterbreitet den Schauspielern Vorschläge, wie sie ihre Rolle darstellen können.
Der Bühnenbildner baut das, was man auf der Bühne als Kulisse sieht. Er entwickelt mit seinem Team die Dekoration für die Theaterstücke, in der während der Aufführung die Darsteller agieren. Das können manchmal ganz einfache Bühnenbilder sein, manchmal ein Märchenwald oder ein ganzes Schloss, je nachdem was für die jeweilige Aufführung benötigt wird.
Der Kostümbildner arbeitet eng mit dem Regisseur zusammen. Er ist für die Garderobe der Schauspieler zuständig. Für manche Produktionen werden speziell für die jeweiligen Darsteller Kostüme genäht, oder der Kostümbildner sucht aus dem Kostümfundus das passende Kleidungsstück für die Schauspieler aus.
Ein Maskenbildner schminkt die Darsteller vor oder während der Vorstellung. Er ist auch für die Perücken zuständig, die ein Schauspieler während einer Aufführung benötigt. Manchmal kann es auch vorkommen, dass der Maskenbildern Narben oder Wunden aus Modelliermasse anfertigen muss. In „Hänsel und Gretel“ wäre ein Maskenbildner zum Beispiel auch dafür zuständig, der Hexe mit dieser Masse eine längere Nase zu verpassen.
Der Inspizient ruft während einer Vorstellung Schauspieler zu ihrem Auftritt, gibt den Bühnentechnikern Anweisungen für einen Umbau oder einen Lichtwechsel. In großen Theatern sitzt der Inspizient meist an einem großen Pult mit Mikrofonen und vielen Schaltern hinter der Bühne. Außerdem stehen ihm mehrere Monitore zur Verfügung, um das Geschehen auf der Bühne mitverfolgen zu können.
Ein Beleuchter ist für die Scheinwerfer zuständig. Er richtet das Licht vor und während einer Vorstellung so ein, dass die Bühne gut ausgeleuchtet ist, das heißt, er achtet zum Beispiel darauf, dass keine großen Schatten auf der Bühne zu sehen sind oder ein Darsteller nicht im Dunkeln stehen muss. Außerdem ist der Beleuchter dafür zuständig, Lampen auszutauschen oder zu reinigen, sodass bei jeder Aufführung alles ohne Probleme funktioniert.
Ein Souffleur sitzt während einer Theateraufführung in einem kleinen Kasten vor oder seitlich der Bühne. Manchmal sitzt der Souffleur auch in der ersten Reihe im Publikum. Dort liest er mit dem Buch des jeweiligen Stücks in der Hand während der Aufführung den Text mit. Wenn ein Schauspieler während des Stücks seinen Text vergisst oder nicht mehr weiter weiß, gibt der Souffleur dem Schauspieler ein Stichwort oder flüstert die entsprechende Textstelle zu, so dass das Spiel weiterlaufen kann. Meist merkt man das „Einsagen“ als Zuschauer nicht. In kleineren Theatern wird meist auf einen Souffleur verzichtet. Sollte man dort mal seinen Text vergessen, müssen einem die anderen Schauspieler helfen, dass der Abend ohne Probleme weiterlaufen kann.